
Die Schriftstellerin Milena Michiko Flasar – 1980 in St. Pölten geboren.
wk — Milena Michiko Flašar ist – und das würde man bei diesem so schön fremdländisch klingenden Namen wohl kaum vermuten – gebürtige Niederösterreicherin. Die 1980 in St. Pölten geborene Schriftstellerin ist Tochter einer japanischen Mutter und eines österreichischen Vaters und legt mit „Ich nannte ihn Krawatte“ ihre bereits dritte Buchveröffentlichung vor.
Nach ihren beiden Erzählungen „[Ich bin]“ (2008) und „Okaasan – Meine unbekannte Mutter“ (2010), die beide im St. Pöltner Residenz Verlag erschienen sind, hat sie nun den Sprung nach Deutschland (Klaus Wagenbach Verlag) geschafft.
Die Geschichte zweier ungleicher Männer – poetisch traurig

(c) Wagenbach Verlag
„Ich nannte ihn Krawatte“ ist die Geschichte zweier ungleicher Männer, die sich auf einer Parkbank in Japan kennenlernen. Ein junger Mann verlässt sein Zimmer, in dem er offenbar lange Zeit eingeschlossen war und tastet sich durch eine fremde Welt. Auf besagter Parkbank, die gleichzeitig zur Bühne des Romans wird, begegnet er einem um vieles älteren Angestellten und erzählt ihm von seinen Erinnerungen.
Milena Michiko Flašars Bücher sind von einer wunderschönen poetischen Traurigkeit getragen. War es in „Okaasan“ das Sterben der Mutter so ist es in diesem Roman die schaurige Beklemmung, die aus der Begegnung der beiden Männer entsteht.
Milena Michiko Flašar. Ich nannte ihn Krawatte. Wagenbach Verlag. 2012
Foto M. M. Flasar: © Wolfgang Kühn / Unabhängiges Literaturhaus Krems, ULNÖ






















































